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Who? The EU?

Vom 12. bis 17. Oktober fanden die ERASMUS Days europaweit statt. Das ASH Forum, das seit Anfang 2026 für Mobilitäten akkreditiert ist, war mit einer Aktion im FrauenLernRaum dabei.

Wie gewohnt startete unser Donnerstagvormittag mit Kaffee und Tee im Projektraum Alsergrund. Anders als sonst hatten wir diesmal aber ein straffes Zeitprogramm vor uns: Stationenbetrieb, erste Details zur Erasmus+ Reise, Ausstellungsbesuch und Kaffeehaus :-)

 

Drei Stationen für Reflexion und Austausch zu Europa und der EU: 

Eine Gruppe sammelte gemeinsam mit unserer Freiwilligen Helga auf einem Flipchart Gedanken zu den Bildern, die die Frauen von Europa hatten, bevor sie in einem EU-Land lebten, und dazu, wie sich diese Bilder, seitdem sie in der EU leben, verändert haben. Die Frauen, die noch in der UdSSR aufgewachsen waren, erzählten von den Vorstellungen, die ihnen durch Propaganda vermittelt worden waren: unfreundliche Menschen und Kinder, die in Kartons auf der Straße schlafen. Heute können sie darüber nur den Kopf schütteln.

Eine andere Gruppe arbeitete mit Bildern: Was verbinde ich mit der EU und Europa? Welche Bilder passen zu den Vorstellungen in meinem Kopf? An einer dritten Station wurde mit einem Europapuzzle gearbeitet. Dabei entstanden Gespräche über die Innen- und Außengrenzen Europas und der EU-Länder.

 

Gemeinsamer Lernaufenthalt mit Erasmus+

Nach diesem thematischen Einstieg ging es an die konkrete Reiseplanung. Denn auch für den FrauenLernRaum steht eine ERASMUS+-Mobilität für April 2027 auf dem Programm. Gespannt hörten die Frauen zu, als ich meine Recherchen und Ideen für die gemeinsame Reise vorstellte.

 

Bei einer ERASMUS+-Mobilität geht es darum, eine andere Einrichtung zu besuchen und ein gemeinsam ein Programm zu entwickeln. Für den FrauenLernRaum hatte ich mir überlegt, dass ein Austausch und eine Vernetzung mit einer Frauengruppe aus Deutschland fein wären. Nach vielen E-Mails fand ich schließlich unsere „aufnehmende Organisation“: BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e. V. in Stuttgart.

 

Nach einem Telefonat mit der zuständigen Mitarbeiterin dort war klar: Das passt! Gemeinsam können wir ein schönes Austausch- und Lernprogramm auf die Beine stellen. Geplant sind ein Besuch im Frauensprachcafé vor Ort, ein von der deutschen Frauengruppe vorbereiteter Stadtspaziergang und vielleicht sogar ein Tagesausflug nach Straßburg zum Europäischen Parlament.

 

Co-Creation. Gemeinsam Planen

Die weitere Planung liegt jedoch nicht allein bei mir, sondern bei einer Planungsgruppe, die momentan aus 14 Lernerinnen, zwei Freiwilligen und mir besteht. Gemeinsam werden wir passende Zugverbindungen und ein Hotel suchen sowie das endgültige Programm gestalten. Auf diesen partizipativen Prozess und die Reise selbst freue ich mich sehr!

 

Europa erleben - Erlebnis Europa.

Nachdem alle Fragen zur Reise geklärt waren, ging es für unsere Gruppe weiter in die Rotenturmstraße 19 zu Erlebnis Europa. Unser Besuch begann mit einem Aufenthalt im 360-Grad-Kino. Dort wurde ein „Werbefilm“ für die EU gezeigt, unter anderem mit beeindruckenden Landschaftsbildern. Eine Frau zeigte sich beeindruckt von der Möglichkeit, den Film mit Kopfhörern in verschiedenen Sprachen anzuhören. Leider war ihre Erstsprache Türkisch nicht dabei. Seit 1999 ist die Türkei offiziell Beitrittskandidatin der EU.

 

Die Rätselrallye stellte uns alle vor eine große Herausforderung. Die Antworten waren nicht leicht zu finden, und oft mussten Google oder die KI zurate gezogen werden. Dennoch lernten wir interessante Fakten über die EU. Welches Land ist am dichtesten besiedelt? Malta. Wo gibt es pro Kopf die meisten Autos? Luxemburg. Und welche fünf Städte verbindet die neu ausgebaute Bahnlinie unter dem Titel "Magistrale für Europa": Bratislava/Budapest, Wien, Stuttgart, Straßburg, Paris.

 

Beim Ausgang werden die Besucher gefragt, worauf sich die EU konzentrieren sollte:

Was ist deiner Ansicht nach das wichtigste Thema für Europa? Sag uns, was die EU als Nächstes angehen sollte.

  • Lebenshaltungskosten

  • Verteidigung und Sicherheit

  • Armut und soziale Ausgrenzung

  • Klimawandel

  • Demokratie und Menschenrechte

  • Öffentliche Gesundheit

Von der Seite beobachtete ich, in welche Behälter die Frauen ihre Bälle warfen. Öffentliche Gesundheit – weil ich in diesem Bereich arbeite. Klimawandel – weil ich denke, dass es für die Zukunft nichts Wichtigeres gibt, als auf unseren Planeten zu achten. Und Verteidigung und Sicherheit? Dieses Thema erhielt mit Abstand die meisten Stimmen. Dabei muss ich an die fürchterlichen Bilder von den EU-Außengrenzen denken. Sie gehören ebenso zur EU, wie die beeindruckenden Landschaften aus dem kurzen Film. Sicherheit? Für wen? Verteidigung? Gegen wen? Die Fragen werden uns in Zukunft noch öfters befassen.

 

Ausklang bei Croissant und Café au Lait

Zum Ausklang des Tages ging es noch ins Parémi, eine französische Bäckerei im 1. Bezirk. Fein hatten wir es! Und die Wahl war zugleich eine kleine französische Einstimmung auf die ERASMUS+-Gruppenmobilität im April 2027.

 

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Beitrag: Anna Smolzer, Bildungsreferentin Bildungsräume.

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