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Bahn Fahren

Berlin. In die Hauptstadt Deutschlands führte mich im September 2026 mein Erasmus+ Job Shadowing. Drei Tage lang begleitete ich Kristina Krömer, Projektleiterin von metro_polis, auf Schritt und Tritt, um einen umfassenden Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu werfen.

 

Ein Bericht von Lea Börtlein.

Metro (franz. für Straßenbahn) und polis (griech. für Stadtgesellschaft) versucht, Menschen mit unterschiedlichen Lebenswelten in den Berliner Straßenbahnen zusammenzubringen und einen Austausch zwischen ihnen anzustoßen. Die Idee hinter dem Projekt: Menschen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen.

 

Bei traumhaftem Herbstwetter spazierten wir am Montag, dem 28.09., zu fünft in eine Straßenbahn nahe dem Berliner Hauptbahnhof und platzierten uns darin auf den Vierersitzen. Nicht lange dauerte es, bis sich die ersten Fahrgäste neben uns setzten, bereit, während einiger Haltestellen gemeinsam über das soziale Miteinander in der Stadt zu sprechen. Auf die ältere Dame folgte ein junger Mann – und schon entstand ein reger Austausch zwischen Menschen, deren Lebensrealitäten unterschiedlicher kaum sein konnten.

 

Besorgt über den Rechtsruck bei den Wahlen und die zunehmend angespannte Stimmung innerhalb der Gesellschaft hat metro_polis dieses Gesprächs- und Beteiligungsformat entwickelt. Dabei geht es nicht darum, Menschen von einer bestimmten Meinung zu überzeugen. Vielmehr schafft das Projekt einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und Menschen miteinander ins Gespräch kommen, die sich im Alltag vielleicht nie begegnen würden. Gerade der öffentliche Raum der Straßenbahn bietet dafür einen niederschwelligen Ort, der von selbst genutzt wird und in dem sich Menschen ganz selbstverständlich aufhalten.

 

Wie viel Planung und welche Mittel so ein Gespräch benötigt, war dabei besonders spannend. In dieser Planung lag die Herausforderung, trotz dessen noch Platz für das Ungeplante und Ungesagt zu lassen. Ich durfte Einblicke darin gewinnen, wie viel Kooperation, Unterstützung und Überzeugungskraft notwendig sind, Demokratie in die gemeinsamen Räume unserer Gesellschaft zu bringen. Diese Gespräche können jedoch noch mehr, denn sie geben Politik und Verwaltung Einblicke in die Erfahrungen, Meinungen und Ideen der Menschen und können eine fundierte Grundlage für Veränderungen darstellen.

 

Manchmal braucht es also offenbar gar nicht viel: ein paar Sitzplätze, eine gute Frage und die Bereitschaft, dem Gegenüber zuzuhören. Was daraus entsteht, lässt sich nicht vollständig planen – genau das macht das Format aber so spannend. Mit einem Gefühl der Hoffnung und Motivation kehrte ich aus Berlin zurück. Demokratie zu stärken und Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Prozesse zu stellen, ist und bleibt eine zentrale Aufgabe. Ob Kiez in Berlin oder Grätzel in Wien, in Zukunft kann der Kerngedanke dieses Projekts hoffentlich in immer mehr Städten zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Miteinanders werden.

 

 

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Dieses Job Shadowing fand im Rahmen von Erasmus+ statt. Leas Eindrücke ermöglichen es uns, unsere Bildungsformate weiterzuentwickeln. 

 

metro_polis

 

 

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