Dabei stellt sich jetzt aber die Frage: Wird einem Ed Sheeran, der quasi unter das Motto „Kind von nebenan“ fällt, das Wort verboten, oder ist er vielleicht doch wie jede andere Person einfach ein geldsüchtiger Mann? Weder Meinung noch Gegenmeinung. Klar ist: Wer so seine Karriere führt, hat das geringste Risiko, irgendjemanden wegzustoßen. So fließt das Geld, wie gewohnt, weiter aufs Konto.
Wenn man als „Normalo“ auf diese wiederkehrende, auffällig schwierige Welt mit Managements blickt, hat man keine Vorstellung davon, was hinter den Kulissen wirklich passiert. Aber als unwissende Person kann man sich schon fragen, wie ein Management einen Mann so sehr in der Hand haben kann, obwohl er Millionen verdient. Oder ist es vielleicht doch er, der sein Management nach vorne schiebt, um nicht selbst als Zielscheibe dazustehen?
Ist es richtig, sich als einflussreiche Person mittig zu positionieren? Einerseits ist klar, dass in unserer Gesellschaft Personen des öffentlichen Lebens oft auf ein Treppchen gestellt werden, weswegen es gegen eine öffentliche Meinungskundgebung spricht. Andererseits sollten Personen, die die Chance haben, etwas Besseres zu bewirken, auch dafür einstehen. Da müssen wir allerdings darüber nachdenken, was eine „gute“ und was eine „schlechte“ Meinung ist? Eine moralische Frage, die in jedem Fall subjektiv ist. Ganz nach dem Motto: „Ich will, dass ‚gute‘ Meinung verbreitet wird, aber auf ‚schlechte‘ kann ich gerne verzichten.“
Aber gesellschaftlich sollten wir eher den Punkt erreichen, an dem wir Meinungen sogenannter Promis nicht ohne Weiteres aufnehmen, sondern für uns selbst entscheiden, was wir als richtig oder falsch empfinden. Man sollte sich weniger beeinflussen lassen und hinterfragen, was man selbst glauben will. Damit sollte es möglich sein, dass beide Seiten kommuniziert werden können.
Ich denke, dass es an uns liegt, zu lernen, zu hinterfragen und Menschen als Menschen wahrzunehmen. Wenn das erreicht ist, wird in der Realität zwar ein Ed Sheeran immer noch nicht frei über seine Meinung sprechen und den Gedanken des Geldverlusts ignorieren, aber immerhin kommen wir einem offenen Diskurs und einer Meinungsfreiheit vielleicht ein Stück näher.

