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evangelisches:erinnern Pressereise

Die Gedenkjahre 2025 (500 Jahre Bauernkriege und 500 Jahre Täuferbewegung) sowie 1625/26 (400 Jahre Frankenburger Strafgericht und Oberösterreichischer Bauernkrieg) gaben den Anlass zu einer Pressereise, bei der Relikte und Denkmäler aus der Protestantismusgeschichte Oberösterreichs, Niederösterreichs und Wiens, aber auch die mit den Denkmälern verknüpften Selbst- und Geschichtsbilder österreichischer Protestant:innen im Fokus standen.

Über lange Zeit hinweg und teilweise sogar bis heute dien(t)en die aufgrund des Frankenburger Strafgerichts und des Oberösterreichischen Bauernkriegs tief im kulturellen Gedächtnis verankerten Jahre 1625/1626 den unterschiedlichen sozialen, politischen und konfessionell geprägten Milieus Oberösterreichs als Bezugspunkt historischer Selbstvergewisserung, zur Legitimation eigener Ansprüche oder als Projektionsfläche für Selbst- und Feindbilder - nicht nur, aber stets auch innerhalb der evangelischen Kirche, darüber hinaus aber auch in der Sozialdemokratie, im Deutschnationalismus und im Nationalsozialismus. Demgegenüber blieben die Geschichte des Bauernkriegs von 1525 und die oftmals mit diesem in Verbindung gebrachte Täuferbewegung ausgeklammert und gerieten - ebenso wie der konfessionelle Aspekt des Oberösterreichischen Bauernkriegs - nicht selten in Vergessenheit.

 

Eine kritische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen bauernkriegs­bezogenen Selbst-, Geschichts- und Feindbildern, aber auch mit den Mechanismen und Strategien des Verdrängens, des Vergessens sowie mit den Motiven des In-Erinnerung-Rufens war bereits das Ziel der im April 2023 unter Beteiligung des ASH Forums durchgeführten Tagung "evangelisches: erinnern. Evangelische Erinnerungskulturen im Österreich des 20. und 21. Jahrhunderts". Auf Basis der dort gewonnenen Erkenntnisse wurde nun vom 3. bis zum 5. Juli 2025 eine dreitägige Pressereise durchgeführt, die von kathpress und epd gemeinsam mit Leonhard Jungwirth organisiert wurde.

Die mitreisenden Journalist:innen und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka begaben sich unter der wissenschaftlichen Leitung von Leonhard Jungwirth (ETF Universität Wien/ Memory Lab ASH Forum) auf die Spuren von Täuferbewegung und Bauernkriegen, besuchten Museen und Gedenkorte und ließen sich von fachkundigen Ehrenamtlichen über die facettenreiche Protestantismusgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts informieren.

 

Wir besuchten

  • als Erinnerungsorte der Täuferbewegung gemeinsam mit Reinhold Eichinger - und bei 36 Grad - die Gedenktafeln für Konrad Grebel (Altes Universitätsgebäude) und Balthasar Hubmaier (Stubentor) in Wien, das Täufermuseum im Museumsdorf Niedersulz und die Burgruine Falkenstein sowie das dortige Täuferg'wölb,
  • als Erinnerungsorte der späten Reformationszeit den Pastorenturm in Spitz, das gigantische Außenwandfresko von Schloss Parz (mit Elfriede Romankiewicz) und die Stadtpfarrkirche in Eferding mit ihren reformatorischen Epitaphen (mit Regine Jungwirth),
  • als Erinnerungorte des Oberösterreichischen Bauernkriegs die Bauernkriegsdenkmäler im Emlinger Holz und in Pinsdorf bei Gmunden sowie das Stefan-Fadinger-Museum in St. Agatha (mit Alois Ferihumer),
  • das Epitaph des bayerischen Statthalters Adam Graf von Herberstorff in Altmünster am Traunsee,
  • das an das Frankenburger Strafgericht erinnernde Denkmal am Haushamerfeld (mit Hannelore Reiner) und das Würfelspielhaus in Frankenburg (mit Michael Neudorfer und Johann Kritzinger)
  • sowie zur Abrundung und Vertiefung das Evangelische Museum Oberösterreich in Rutzenmoos (mit Günter Merz und Renate Bauinger).

 

Bei einem resümierenden Pressegespräch im Evangelischen Museum Oberösterreich (Rutzenmoos) betonte Chalupka, dass es bei der Beschäftigung mit der Geschichte der Evangelischen nicht um die „Vereinsgeschichte einer Minderheit“ geht, sondern darum, dass „die Geschichte der Evangelischen ein wichtiger Bestandteil der Geschichte der gesamten Republik ist“, sie ist „Teil der österreichischen Geschichte“; gleichzeitig sprach er sich für eine differenzierte Erinnerungskultur aus: Zu oft sei „das evangelische Erinnern zwischen dem „Selbstverständnis als Opfer der Geschichte und Elitenbewusstsein“ oszilliert. Zwar sei an beiden Polen „etwas dran“, dennoch sei nicht zuletzt auf dieser Reise auch klar geworden, „dass die Tatsache, einmal Opfer gewesen zu sein, nicht davor immunisiert, Täter zu sein“ (Zit. nach: Chalupka: Geschichte der Evangelischen wichtiger Bestandteil der Republik › Evangelische Kirche in Österreich [23.07.2025]).

 

Auf Schloss Parz fand zudem ein Pressegespräch vom oberösterreichischen r.-k. Diözesanbischof Manfred Scheuer und dem oberösterreichischen evangelischen Superintendenten Gerold Lehner statt, bei dem Lehner für das umfangreiche Gedenken 2026, das in Oberösterreich geplant ist, ankündigte, dass sich die Kirchen jedenfalls einbringen wollen mit Schwerpunkten, „die zeigen, dass die Ökumene heute von den Themen Versöhnung, Einheit und dem Miteinander geprägt ist“ (Zit. nach: OÖ: Bischof und Superintendent unterstreichen gemeinsamen Auftrag › Evangelische Kirche in Österreich [23.07.2025]).

 

Die kirchliche Erinnerungspolitik, so lässt sich feststellen, geht heute zunehmend andere Wege als in den vergangenen 500 Jahren. Es ist dies ein Prozess, den wir als Memory Lab des ASH Forums auch weiterhin anregen, fördern, unterstützen und kritisch begleiten wollen.

 

Bei Interesse für das Thema kann hier einschlägige Literatur erworben werden:

Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 139/140

Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 141/142 (2025/2026)

 

 

Fotocredits: Philipp Pilhofer

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