
Der Oberösterreichische Bauernkrieg von 1626 resultierte aus Spannungen, die sich über Jahre hinweg aufgebaut hatten: politische Fremdherrschaft, wirtschaftliche Belastungen und Konflikte um den Glauben. Schon zuvor hatte das Frankenburger Strafgericht von 1625 diese Erfahrungen zu einem Ereignis verdichtet, das sich tief in das kollektive Gedächtnis einschrieben hat.
Die Folgen des Krieges reichten weit über die militärische Niederlage hinaus. Repression, Glaubensdruck und Auswanderung prägten ganze Generationen – und wurden später zu einem wichtigen Bestandteil regionaler und evangelischer Erinnerung und Identität.
Wie an den Bauernkrieg erinnert wurde, veränderte sich allerdings immer wieder: mal als illegitimer Aufstand, mal als Kampf gegen Fremdherrschaft, mal als Glaubenszeugnis, später auch als sozialrevolutionärer Befreiungskampf, als national-religiöse Volkserhebung oder als Mahnung zu Toleranz und gegen Gewalt. Schon die unterschiedlichen Erinnerungsorte in Oberösterreich zeigen: Geschichte ist kein fester Besitz, sondern Ergebnis von Aushandlung. Unterschiedliche politische und konfessionelle Gruppen deuteten die Ereignisse jeweils neu und nutzten sie für ihre Gegenwart – bis heute.
Unsere Veranstaltungsreihe lädt im Rahmen der communale oö 2026 fünf Mal dazu ein, diese vielschichtigen Deutungen miteinander ins Gespräch zu bringen – offen, kontrovers, im respektvollen Zuhören und mit der Leitfrage:
OÖ 1626: Meine, deine, unsere Geschichte?
Kurze Eingangsstatements von Repräsentant:innen aus Politik, Kirchen, Kunst und Kultur am Beginn der einzelnen Veranstaltungen sowie vorformulierte Leitfragen animieren zum Gespräch in Kleingruppen und zu einer moderierten Schlussdiskussion. Den ungezwungenen Rahmen schaffen die Orte, die musikalische Rahmung und eine begleitende Verpflegung.
Fr, 8. Mai 2026, 17:00-18:30: Würfelspielhaus Frankenburg
mit Statements von Elisabeth Gneißl (Landtagsabgeordnete und Landwirtin), Maria Moser (Künstlerin), Michael Neudorfer (Buchhändler und Obmann der Würfelspielgemeinde) sowie Elisabeth Reichinger und Nathalie Stockinger (Schülerinnen) mit Barbara Scheichl (Lehrerin an der KDMS Frankenburg)
Moderation: Hans Gebetsberger
Musik: Lamus Quartett
Organisiert in Kooperation mit dem Würfelspielhaus
So, 31. Mai 2026, 13:30-15:00: Emlinger Holz bei Eferding
nähere Informationen folgen in Kürze
Sa, 27. Juni 2026, 11:00-12:30: Fadingersäule beim Linzer Landhaus
mit Statements von Matthäus Fellinger (ehem. Chefredakteur der Linzer Kirchenzeitung), Alois Ferihumer (Obmann des Museumsvereins Stefan Fadinger in St. Agatha und ehem. Amtsleiter der Gemeinde St. Agatha), Elisabeth Gneißl (Landtagsabgeordnete und Landwirtin), Gabriele Müller (pensionierte Kunstlehrerin, Engagement für Feminismus und Umweltthemen) und Hermann Schneider (Intendant des Landestheaters Linz)
Moderation: Christoph Lindinger
Musik: Jakob Gnigler
Organisiert in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk Linz Innere Stadt
So, 13. September 2026, 10:30-12:00: Pinsdorfer "Bauernhügel" bei Gmunden
nähere Informationen folgen in Kürze
Sa, 19. September 2026, 15:00-16:30: Bauernkriegsdenkmal Wolfsegg
mit Statements von Hanna Bauer (Studentin der Geschichtswissenschaften), Renate Bauinger (Pädagogin, Leiterin des Evangelischen Museums OÖ in Rutzenmoos), Stefan Ennser (Landwirt) und Kilian Hindelang (Kinderfreunde Wolfsegg/Ottnang)
Moderation: Wilhelm Seufer-Wasserthal

