Der Wandel von einer religiös nahezu homogenen hin zu einer pluralen und individualisierten Gesellschaft, die als zunehmend säkular bezeichnet werden kann, konfrontiert mit der Frage nach der Legitimation religiös geprägter gesetzlicher Feiertage in Österreich.
Anlässlich von 80 Jahre Kriegsende und der Rückkehr zur Demokratie sowie des 70. Jahrestages der vollständigen Wiederherstellung der Souveränität Österreichs mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags widmet sich die öffentliche Veranstaltung "Feiertag – Freier Tag?" im Haus der Geschichte Österreichs erstmals dieser Frage.
Zu Beginn der Veranstaltung werden von Dirk Schuster (Institut für Religionswissenschaft, KTF, Universität Wien) die Entstehung der gesetzlichen Feiertage in Österreich und deren eigentliche Zweckbestimmung nachgezeichnet sowie der Wandel der Gesellschaft bezüglich Religions- und Konfessionszugehörigkeit und religiöser Individualisierung aufgezeigt.
Der Vortrag von Leonhard Jungwirth (Institut für Christentumsgeschichte mit Protestantismusgeschichte Österreichs, ETF, Universität Wien) geht den Gründungsidealen der Zweiten Republik auf den Grund, beleuchtet die Diskurse rund um die religiös geprägten gesetzlichen Feiertage zwischen 1945 und 1955 und fragt dabei auch nach den Motiven, die zur Einrichtung dieser Feiertage (Mariä Empfängnis, Karfreitag, Jom Kippur) geführt haben.
Der Vortrag von Monika Sommer (Haus der Geschichte Österreich) befasst sich anlässlich des 60-Jahre-Jubiläums des österreichischen Nationalfeiertags zusätzlich mit den Intentionen und Debatten, die mit der Initiierung und Einrichtung dieses Feiertages verbunden waren.
Das Publikum wird mittels einer vor Ort ausgewerteten Livebefragung aktiv in die Veranstaltung einbezogen und so von Beginn an Teil des hier angestoßenen Diskurses. Die Ergebnisse der Livebefragung dienen zusammen mit den Vorträgen als Grundlage für die abschließende offene Diskussionsrunde.
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