Die Veranstaltung begannen wir mit einer soziometrischen Aufstellung, um herauszufinden, welche Gemeinden überhaupt beim Klimatag vertreten waren. Schnell stellte sich heraus, dass die Voraussetzungen recht unterschiedlich sind, auf dem Spektrum, inwiefern Klimaschutz in der eigenen Gemeinde präsent ist war von "zentrales Thema" bis hin zu "kaum Thema" alles dabei. In der Vorstellungsrunde konnten gleich erste Gemeinsamkeiten gefunden werden, Berührungspunkte mit dem Denkmalamt gab es in vielen Gemeinden. Postitiv stimmte uns alle, dass bei der letzten Frage, wie zuversichtlich man sei, dass Pfarrgemeinden einen wirksamen Beitrag leisten können, niemand auf dem Ende "eher skeptisch" zu finden war, sondern sich alle eher der anderen Seite "sehr zuversichtlich" zuordneten.
Danach gab es einen theologischen Impuls von Pfarrer i.R. Hans-Jürgen Deml, der dazu ermutigte, das Thema Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung immer in Gottesdiensten mitzudenken. Er brachte auch Material mit, das alle in ihren Gemeinden verwenden können.
Andra Sölkner, als Kirchenrätin für Kirche und Gesellschaft für Umwelt- und Klimaschutz zuständig, stellte danach das Klimaschutzkkonzept der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich vor. Dieses wurde im Dezember 2023 von der Generalsynode beschlossen und kann hier nachgelesen werden. Eine Grafik zeigte, wie sich die gesamte Anzahl klimaschützender Maßnahmen pro Jahr kontinuierlich von 20 (2019) auf 91 (2025) steigerte. Außerdem lernten wir über verschiedene Etappenziele, die schon teilweise erreicht wurden. So beziehen momentan 92-95% der Gemeinden Ökostrom (Etappenziel: bis 2025 Umstellung auf 100% Ökostrom).
Als weiterer Programmpunkt stellte Jakob Lissy, Klimaschutzreferent der Kirche das Praxisheft, ein living document, das ständig ergänzt werden kann und soll, vor. Im Praxisheft findet man konkrete Maßnahmen für Gemeinden und Einzelpersonen in den Bereichen Wohnen & Gebäude, Mobilität, Konsum & Beschaffung, Ernährung & Biodiversität sowie Bildung & Freizeit. Die Maßnahmen lassen sich einteilen in
- kostenlose Maßnahmen (z.B.: Heizung um 1°C senken)
- Maßnahmen, die Investitionen bedürfen, aber sich amortisieren (z.B.: Wechsel auf LED-Lampen)
- Maßnahmen, die tatsächliche Kosten haben, aber andere Vorteile bieten (z.B.: Fahrradständer vor der Kirche)
Das dahinterstehende Grundprinzip ist, dass viele kleine Maßnahmen einen positiven Unterschied machen können, jede:r etwas Sinnvolles beitragen kann und die Kirchengemeinde Vorbildwirkung haben kann.
Nach einer kleinen Pause zur Stärkung bauten wir einen Mini-Marktplatz mit "Good Practise Beispielen" auf. Wir hörten vom Projekt "Energy with Spirit", das einen Beitrag leistet, um die Herausforderungen der Energiekrise zu bewältigen, indem vulnerable Bevölkerungsgruppen in die Energiewende einbezogen werden (Stichwort: Solidarische Energiegemeinschaften). Verkostet werden konnten Zitrusfrüchte, die bei einer Kleinbauernfamilie in Sizilien in großer Menge zu fairen Preisen gekauft und unter Gemeindemitgliedern in Wien Neubau verteilt werden. So können die Kosten für den Transport aufgeteilt werden und die Konsument:innen wissen genau, wo ihre Zitronen herkommen. Abgesehen davon ist die Qualität ganz anders als bei im Supermarkt gekauften Früchten. Außerdem erfuhren wir, dass sich alte Jeans hervorragend zur Herstellung von Dämmstoff eignen (mehr Infos hier).
Bei einem abschließenden World Café wurden folgende Fragen an drei Tischen diskutiert:
- Umsetzung: Was braucht es konkret, damit aus Ideen Projekte werden? Welche Unterstützung wird gebraucht (EKiÖ, Netzwerke, andere Gemeinden,...)?
- Zusammenarbeit: Wo können Gemeinden voneinander lernen oder gemeinsam handeln? Welche Ressourcen können geteilt werden?
- Klimakommunikation: Wie sprechen wir über Klimaschutz in unseren Gemeinden so, dass Menschen sich eingeladen fühlen, mitzuwirken?
Bevor wir mit einem Segen von Hans-Jürgen Deml in den Abend entlassen wurden, wurde noch darüber nachgedacht, nächstes Jahr wieder einen gemeinsamen Klimatag zu gestalten!